von Katharina Mittermaier; März 2010
DAS KANNS:
187 Pistenkilometer und 132 Loipenkilometer auf 1.200 m bis 2.800 m ü.M.! 1400 m hoch über dem Oberen Inntal gelegen, darf man davon ausgehen, dass im Zielgebiet bis Mitte April hervorragende Wintersportbedingungen herrschen. Wer sich die gut ausgebaute 11km lange Serpentinen-Strecke von Ried raufschraubt hat die Auswahl: Serfaus - lifestylig und fast schon mondän; Fiss - traditionell und herrlich sonnenlagig;
Ladis – idyllisch und romantisch. Das sind schon mal 3 sehr gute Optionen für ein Time Out weekend im Winter.
DAS BRINGTS:
Wenn wir beim Time Out weekend eigentlich die wertvolle Zeit ohne Kids beschreiben wollen, müssen wir hier eine Ausnahme machen. Denn die Region hat sich hochprofessionell der Familientauglichkeit verschrieben. Bis zum Alter von ca. 5 Jahren wird der Nachwuchs auf breitester Front umworben, verwöhnt und betreut. Die Eltern sind gut beraten im Zuge einer kleinen Vorrecherche das Angebot zu filtern, um nicht den Überblick zu verlieren bei
„Kinderschneealm“, „Bertas Kinderland“, „Murmlipark“, „Indianerdorf“, „Märchendorf“, Höhlenwelten und multimediale Erlebnisabfahrt, um nur auszugsweise das Angebot rundum die Komperdellbahn zu nennen. Kombiniert mit Ganztags-Kinderbetreuung und zahlreichen Kinderrestaurants hat es die Region so geschafft mehrfach als familienfreundlichste Region der Alpen ausgezeichnet zu werden.
So gesehen, dürfen wir hier ohne schlechtes Gewissen sagen: Kinder ab in die Schule und Eltern auf die Pisten oder zum Wellness und zwar solo!
DAS KOSTETS:
Das Dreigestirn Serfaus-Fiss-Ladis gehört ohne Zweifel zu den hochpreisigen Skiorten Österreichs; vergleichbar mit Kitzbühel, Lech und Ischgl. Sommer wie Winter gibt’s aber einige Extras, die den Vergleich mit bescheideneren Orten allemal aufnehmen können. So kostet ein Skipass mit Gästekarte für Erwachsene in der HS für 7 Tage ca. 200 €, für Kinder 120 €. Im Sommer sind Kinder bis 12 Jahren in vielen Hotels gratis und alle 11 Bergbahnen sind für Groß und Klein kostenlos.
Hotelangebot für die nächste Saison vom hotel@dreisonnen.com
Internet: www.dreisonnen.com
FAMILIENPAUSCHALE ab EUR 1470,-- pro Woche in der Zeit vom 15. Juni 2010 bis 17. Oktober 2010
KINDER GRATIS BIS 12 JAHRE; kostenlose Autobahnvignette, Wellnessgutschein und einenWanderrucksack pro Kind
Das Angebot ist gültig für 2 Erwachsene und max. 3 Kinder.
„Wrapped in Wellness“ ist keine Übertreibung, wenn man die Anzahl der Hotels betrachtet, die auf dem Sonnenplateau mit dem Kuschelfaktor punkten möchten. Neben allen gängigen Anwendungen im Wellness- und Beautybereich gibt’s römische Thermallandschaften, osmanische Dampfbäder, Serailtempel uvm.
Unser Check fand im „Hotel 3 Sonnen“ in Serfaus statt. Sehr familiär und persönlich geführt hat man den Eindruck unter lauter Stammgästen zu sein. Die Küche ist excellent, wenngleich die Qualität der Speisen von einer gewissen Überinszenierung im Service erschlagen wird.
Dafür geht’s im Spa, in den Ruhezonen und in den Behandlungskabinen stilvoll, weil schlichter zu. Beruhigendes Ambiente, top-gepflegt, ausreichende frische Handtücher, Bademäntel, handliche Spa-Taschen, großzügige Tee-, Saft- und Obstbar. Ausreichende Ruhezonen, verschiedene Saunen. Hervorragende Massagen durch staatlich geprüftes Personal, im Angebot sind neben umfangreichen kosmetischen Behandlungen auch ayurvedische Anwendungen.
SFL die Ski-Dimension scheint alles was an Wintersport-touristischen Ideen jemals ersonnen wurde, aufgenommen und umgesetzt zu haben.
Entertainment ist in SFL GANZ GROSS geschrieben. Es gibt keinen Abend, an dem man sich selbst überlassen wäre: Feuerzauber, Stunts und Action auf der Mittelstation, Raclette-Abend mit Schlittentour, Freiluft-Lasershows, beleuchtete Pyramiden. Skyswinger (Freifall-Geräte), die man eher auf dem Oktoberfest, als auf dem Berg vermuten würde, zieren einen Hang in Fiss. Snow-Bike-Touren und Nacht-Skiläufe sind noch das traditionellste dabei.
Die Sky-Lounge auf der Komperdell ist nicht von dieser Welt und der Skisportler fragt sich zurecht: brauche ich das auf das 1400 m Höhe. Ein Kubus aus Glas, Granit und Stahl sitzt auf dem Dach der schon recht gross ausgebauten Mittelstation. Mit einem gläsernen Aufzug geht’s rauf zur Rezeption. Einfach einlaufen ist hier nicht – Nein: erstmal müssen die Skischuhe gegen Swarovski-bestickte Hausschühchen getauscht werden. Man schreitet durch die zugegeben gelungene puristische Bar, vorbei am offnen Kamin und ausgelegten Hochglanz-Magazinen. Auf der Terrasse draussen die obligatorischen Liegestühle mit sanso-weichem Schafffell und feinsten Wolldecken. Angst in Hausschuhen draussen zu sitzen? Aber was – eine Fußboden-Heizung bullert unterm Nobel-Granit-Gestein. Blick auf die Karte gefällig: Das Steak mit Beilage 32 €, eine Portion Earl Grey 5 € und der Liegestuhl mit Sanso-Schaf-Auflage 10 €. Wem wird da nicht warm ums Herz!?
Liebes SFL-Management! Bitte keine weiteren Attraktionen mehr. Keine Angst vor der relativen geografischen Isolation des Dreigestirns und mehr Vertrauen in die Schönheit der Bergwelt. Jede High-Tech-Attraktion , SFL noch bequemer, schneller und unterhaltsamer zu machen, wäre ein Bergrutsch.
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