Dagmar KÖNIG-SIMON / Jänner 2010
Der Blick aus dem Fenster verspricht einen wolkenlosen Tag. Die Spitze des Mohnenfluh liegt bereits in der rotgoldenen Morgensonne und verheißt ein besonderes Skivergnügen am Arlberg: Den weissen Ring.
Gestartet wird diese legendäre Skitour mit einer Länge von rund 22 km in Lech an der Talstation der Rüfikopfbahn. Oben angekommen auf 2363 Meter Seehöhe darf man erst einmal genießen und staunen. Mit einem atemberaubenden Panorama zeigt sich der Arlberg in 360 Grad von seiner schönsten Seite. Immer dem Uhrzeigersinn nach geht es in Richtung Nachbarort Zürs. Die breiten Pisten sind auch für wenig geübte Skifahrer reines Vergnügen und für Könner gibt es genügend steile Herausforderungen. Wer Freude am Geländefahren hat, kann zwischen Schütt- und Hexenboden schon einige Tiefschneehänge neben den Pisten zum Einschwingen testen – immer vorausgesetzt, dass es keine Lawinenwarnstufe gibt.
Die erste verdiente Pause kann man an der Mittelstation des Zürsersees einlegen. An klaren Tagen ist es hier auf dem Hochplateau ein besonderes Erlebnis, der gewagten Akrobatik der Snowboarder zuzusehen, die sich die Powder-Hänge des Hasenfluh hinunter stürzen. Die Sonne steht im Süden über dem Madloch-Joch am Zenit und der Berg ruft zur interessantesten und längsten Abfahrt der Skirunde: dem Madloch hinunter nach Zug. Griffiger Schnee und eine weitgehend natur belassene Piste mit einigen anspruchsvollen Passagen sind Skivergnügen pur. Selbst Skifahrer mit guter Kondition dürfen auf diesen Hängen kleine Verschnaufpausen einlegen und die traumhafte Bergwelt bestaunen. Im Tal angekommen, schwebt man von Zug mit dem Sessellift über urtümliche alte Bauernhäuser und innovative, edle Hotelarchitektur hinauf auf den Palmengrat. Die gleichnamige Hütte am Ausstieg lockt mit Popmusik und Drinks unter „Palmen“. Spätestens hier ist man wieder auf Lecher Terrain und die Qual der Hüttenwahl kann beginnen. Breite Pisten, ideal für Carving-Fans, führen zum verdienten Après-Ski nach Oberlech oder zur urigen Rudalpe, die mit alten Hölzern ganz im Arlberger Stil neu errichtet wurde. Von hier sind es nur noch ein paar lässige Schwünge und man landet wieder beim Ausgangspunkt des weißen Rings mitten im Lecher Zentrum. Schön wars, die Bergspitzen stehen in der späten Nachmittagssonne und so manch einer wird an den österreichischen Nationalhit von Wolfgang Ambros denken: … „und i schau´ no amoi aufe und denk' ma "aber morg´n erst". I foar´ no ned z'Haus i bleib' am Montog a no do.”
HÜTTENTIPPS
ZÜRS:
Thurnher’s Milchbar: Ein junges, helles Designer-Café mit Frühstück der Extraklasse und den besten Kreativ-Sandwiches des Arlbergs. www.thurnhers.com/milchbar
LECH
Rud-Alpe: toll renovierter Alpenchic mit alten Holzbalken und Gourmetküche. www.rud-alpe.at
Schneggarei: Österreichs erste Designer-Skihütte. Tagsüber Hausmannskost und Pizza mit gutem Sound, abends echter Restaurantbetrieb. www.schneggarei.com
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