Der Glocknerhof in Heiligenblut (Kärnten)
Von Sonja Vodicka
Direkt neben der gotischen Pfarrkirche St. Vinzenz, deren schlanker Turm in den blitzblauen Winterhimmel ragt, das traditionsreiche Hotel Glocknerhof und im Vordergrund den kleinen Skihang mit dem Tellerlift. Der mächtige schneebedeckte Gipfel im Hintergrund ist der Großglockner, der höchste Berg Österreichs. Das Hotel Glocknerhof ist eng mit der Geschichte des alten Goldbergbaudorfes Heiligenblut verbunden. Die dörfliche Idylle geht zurück auf die Goldgräberzeit in der Heiligenblut und das Nachbardorf Großkirchheim mit seinen historischen Gebäuden eine wichtige Rolle spielten. Im 15.Jahrhundert gab es 361 Gruben, 1500 Knappen und dazu die fünf- bis sechsfache Anzahl an Fuhrleuten, Sackziehern und Holzfällern, die zehn Prozent der damals bekannten Welt-Goldproduktion aus der Goldberggruppe förderten. 400 Jahre dauerte diese Blütezeit an, bevor 1874 die letzte Zeche endgültig stillgelegt wurde. Das Dorf wäre wahrscheinlich verweist, hätte nicht der „Ruf des höchsten Berges“ zur Kehrwende beigetragen. Sagenumwoben war er, angeblich besessen von Geistern und Dämonen, die auf den Bergspitzen saßen und Böses ins Tal hinunter schickten. Im Jahre 1800 entschlossen sich deshalb ein Pfarrer und zwei Bauernsöhne diesen die Stirn zu bieten und erreichten am 28. Juli erstmals den Gipfel. Der Beweis, dass ein „Mann Gottes“ den Gipfel heil bezwungen hatte, gab auch „Normalsterblichen“ den Mut sich an die Besteigung des Riesen zu wagen. Somit war der „Bergtourismus“ geboren. Eine kluge Gouvernante aus Wien, erkannte die Zeichen der Zeit und pachtete ein Bergführerhäusl neben der Kirche. Seit 2005 leitet Heide Pichler, die Urenkelin der tüchtigen Wienerin das Haus. Inzwischen und nach vielen Um- und Anbauten ist aus dem Kiosk mit Verpflegung das erste Hotel am Platz geworden: „Der Glocknerhof“. Der Tradition ihrer Urgroßmutter ist Heide Pichler treu geblieben: Glocknerbesteigungen bietet auch sie heute noch an, allerdings im Vier-Sterne-Ambiete. Neben den zwei Übernachtungen im Hotel, vor und nach der Glocknerbesteigung mit einem staatlich geprüften Bergführer,inklusive erstklassiger Verwöhnküche von Chefkoch René Zinsmeister und Wellnessanbegoten, gibt es auch eine Übernachtung über den Wolken auf der Erzherzog-Johannhütte auf 3454 Metern (DZ 371 € pro Person). Und während der Familienvater sich auf den Großglockner wagt, kann die Mutter sich ohne schlechtes Gewissen im Wellnesbereich verwöhnen lassen. Denn Heide Pichler hat die Pasterze, den Glockner-Gletscher quasi in ihr Haus geholt: Die so genannte „Gletscher-Schliff“ Anwendung ist ein Mineralienpeeling aus feinsten Gesteinspartikeln des Großglockners, vermischt mit Bergkräuter-Ölen und Zucker.
Der Winter zeigt sich hier
bis in den Mai hinein und ab Oktober schon in voller Pracht: im Hochalpinen
Skigebiet mit 55 Kilometern Piste bis an die Dreitausendergrenze und in einem
Naturraum, der für Skitourengeher und Pistenfahrer gleichermaßen atemberaubende
Ausblicke auf die umliegenden Berge bietet. Etwas besonderes, vor allem mit
Kindern zu empfehlen sind die Schneeschuhwanderungen mit den Rangern des
Nationalparks Hohe Tauern. Im „großen Fleißtal“ hält sich winters, wie sommers
besonders viel Steinwild auf. So wird eine Schneeschuhwanderung, bewaffnet mit
den riesigen Fernrohren der Nationalpark-Führer mitunter zum „Steinbock,
Murmeltier und Gemsen“-Watching. Und wenn die Kleinen wirklich mal gar nicht
Lust auf´s Skifahren, Wandern oder Schwimmen haben, dann gibt es im Glocknerhof
immer eine Lösung und die heißt Tante Olga. „Die beste Kinderbetreuerin der
Welt“,sagt unsere 5-jährige
Amina, und die muß es schließlich wissen, als weitgereiste Süditalienerin.
Anreise:
Tauernautobahn A 10 bis Bischofshofen. Über das Gasteinertal mit der Autoschleuse Gastein-Mallnitz, von dort 20 Minuten bis Heiligenblut
Informationen:
Pichlers Hotel Glocknerhof, A-9844 Heiligenblut am Großglockner, Tel.0043/48242244, www.glocknerhof.info
Familien-Extras: In der Ferienzeit 30.01 bis 27.02, vom 06.03 bis 20.03. und vom 27.03. bis 05.04.2010 wohnen Kinder bis Jahrgang 2000 gratis im Zimmer der Eltern und fahren gratis Ski. (Preis ab 672 Euro pro Person im Doppelzimmer)
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